Elektrisch denken - Elektrotechnische Grundlagen intuitiv verstehen mit dem Wassermodell
IHK-Akademie Mittelfranken - Nürnberg , Walter-Braun-Straße 15, 90425 Nürnberg
Beschreibung
Die Anlage steht. Eine Schaltung reagiert anders als erwartet. Beim Abschalten einer Spule entsteht plötzlich eine Spannung, die höher ist als die Versorgungsspannung. Ein Kondensator verändert sein Verhalten im Laufe der Zeit. Und in einer Reihen- oder Parallelschaltung verteilen sich Strom und Spannung anders, als es das erste Bauchgefühl vermuten lässt.
Jetzt entscheidet sich, ob lediglich bekannte Regeln und Prüfschritte abgerufen werden– oder ob vor dem inneren Auge ein verständliches Bild davon entsteht, was im System gerade geschieht. Wer elektrische Vorgänge nicht nur berechnen, sondern in ihrem zeitlichen Ablauf nachvollziehen möchte, braucht ein zusammenhängendes Denkmodell.
Genau das ist die Idee von „Elektrisch denken“.
Das Seminar entwickelt Schritt für Schritt ein inneres Modell zentraler elektronischer Zusammenhänge. Das erweiterte Wassermodell dient dabei als roter Faden: Druckdifferenz, Volumenstrom, Strömungswiderstand, elastische Speicherung, Trägheit und Kopplung machen elektrische Wirkzusammenhänge anschaulich. Jede Analogie wird konsequent mit den korrekten elektrischen Begriffen, Größen und Messverfahren verbunden.
Formeln und Fachbegriffe werden nicht ersetzt. Sie erhalten vielmehr eine verständliche Bedeutung und lassen sich dadurch leichter auf unbekannte Schaltungen übertragen.
"Elektrisch denken - Elektrotechnische Grundlagen intuitiv verstehen" ist besonders geeignet für:
- Fachkräfte aus Instandhaltung und technischem Service
- Techniker und Meister
- Mechatroniker, Elektroniker und Industriemechaniker
- Fachkräfte aus Produktion, Montage und Betriebstechnik
- Praktiker, die regelmäßig mit elektrischen Anlagen und Systemen arbeiten
- fortgeschrittene Auszubildende, Quereinsteiger sowie Ausbilder und technische Lehrkräfte
Besonders geeignet ist das Seminar für Teilnehmende, die elektronische Grundkenntnisse bereits kennen, sich aber ein klares und zusammenhängenderes Verständnis der Wirkzusammenhänge wünschen.
Inhalte
- Spannung, Strom, Widerstand, Leistung und Energie anschaulich unterscheiden
- geschlossene Stromkreise sowie Reihen- und Parallelschaltungen verstehen
- ideale und reale Spannungsquellen sowie die Grundwirkung eines Innenwiderstands
- Kondensatoren: Ladung, Spannungsaufbau, Energiespeicherung und zeitliches Verhalten
- Spulen: Stromträgheit, magnetische Energiespeicherung und Abschaltüberspannung
- Dioden und Transistoren in ihren grundlegenden Steuer- und Schaltfunktionen
- magnetische Koppelung und Transformator als zusammenführendes Anschauungsbeispiel
- Übertragung des Denkmodells auf einfache Schaltungen und Aufgaben aus der Praxis
Durchführung: Vorhersagen.Simulieren.Messen.Verstehen
Im ersten Teil wird das Denkfundament mit dem erweiterten Wassermodell gelegt. Die Wirkweise zentraler elektrischer Größen, Bauelemente und Speicher wird Schritt für Schritt
erklärt und in ein zusammenhängendes Vorstellungsmodell eingeordnet.
Im zweiten Teil prüfen die Teilnehmenden, wie gut dieses Modell in unterschiedlichen Situationen trägt. Sie untersuchen vorbereitete, interaktive Simulationen am Laptop und
vergleichen ihre Vorhersagen mit Messungen an einfachen realen Schaltungen und Demonstrationsaufbauten.
Bevor simuliert oder gemessen wird, schätzen die Teilnehmenden das Verhalten einer Schaltung begründet ab. Stimmen Erwartung und Beobachtung überein, hat sich das
Denkmodell für diesen Fall bewährt. Weichen sie voneinander ab, werden Annahmen, Randbedingungen und Modellgrenzen gemeinsam überprüft. Genau an dieser Stelle beginnt häufig das eigentliche Lernen.
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